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Cross Domain Tracking

Ianina_Melnikova

Ianina Melnikova    01.02.2018

International Online Marketing, Marketing Controlling, Web Analytics, Web Technology

 

Das Thema ist nicht mehr ganz neu – dennoch gibt es immer wieder Unklarheiten, was Cross Domain Tracking überhaupt bedeutet, für wen es sinnvoll ist und worauf bei der Einrichtung zu achten ist.

 

Auf diese Fragen wollen wir in unserem heutigen Blogbeitrag näher eingehen.

 

Cross Domain Tracking ermöglicht es, das Surfverhalten von Besuchern über mehrere verwandte Websites mit jeweils eigener Domain hinweg als eine Sitzung in Google Analytics (oder anderen Tracking Tools) zu erfassen. Als unterschiedliche Domains zählen hier spezifische Haupt bzw. Länder-Websites wie z.B. www.beispiel.de oder www.beispiel.com mit jeweils gegenseitiger Verlinkung untereinander.

 

Exkurs: Subdomains


An dieser Stelle möchten wir auch gleich darauf hinweisen, dass man kein Cross Domain Tracking benötigt, wenn es sich um Subdomain-Tracking handelt. Das ist dann der Fall, wenn unter der Hauptdomain, z.B. www.beispiel.de, weitere Subdomains existieren, wie z.B. blog.beispiel.de oder shop.beispiel.de.

 

In diesem Fall sollte man unbedingt sicherstellen, dass die ‚cookieDomain‘ immer auf ‚auto‘ gesetzt ist. Sofern für das Tracking in Google Analytics der Google Tag Manager verwendet wird, lässt sich diese Einstellung durch das Hinzufügen eines zusätzlichen Parameters ganz einfach ergänzen. Navigieren Sie hierzu im Page View Tag zu "Weitere Einstellungen > Festzulegende Felder“ und fügen Sie das Feld "cookieDomain" mit dem Wert "Automatisch" hinzu.

 

Wann ist ein Cross-Domain Tracking sinnvoll?


Sobald es sich um zusammenhängende Websites handelt, die keine Subdomains einer Hauptdomain sind, empfiehlt es sich immer, ein Cross-Domain Tracking zu implementieren.


Ohne ein Cross-Domain Tracking wird ein Nutzer, der zuerst www.beispiel1.com besucht und später zu www.beispiel2.com gewechselt hat, in Google Analytics als zwei unterschiedliche Besucher mit zwei unterschiedlichen Sitzungen erfasst. Die Cookies, die Besucherinformationen enthalten, die sogenannten Client IDs, werden bei einem Website-Wechsel nicht automatisch übergeben. Der User erhält auf der neuen Domain eine neue Client ID und wird daher in Google Analytics als komplett neuer Besucher erfasst. Dies kann ein verzerrtes Bild der Gesamtnutzung eines Webauftritts ergeben, da so vermeintlich mehr eindeutige Besucher auf den unterschiedlichen Domains unterwegs waren als es tatsächlich der Fall war.

 

Ein Beispiel:


Zu einem bestimmten Thema oder Produkt erstellt ein Unternehmen eine Microsite, welche unter einer eigenen Domain läuft, z.B. www.productlaunch.com. Häufig werden solche Kampagnen-Microsites erstellt, um dem Besucher kompakte und fokussierte Informationen zu einem bestimmten Thema zu bieten. Von dieser Microsite kann der Besucher auf die Unternehmenswebsite wechseln und kann dort eine Conversion auslösen, z.B. durch das Ausfüllen eines Formulars.


Ohne ein implementiertes Cross-Domain Tracking würden solche verbundenen Besuche der Kampagnen- und Haupt-Website als zwei eigene und voneinander unabhängige Sitzungen erfasst, obwohl es sich um dieselbe Person handelt, die einen zusammenhängenden Handlungsstrang ausführt.


Nehmen wir an, die Kampagnen-Microsite wurde zudem über bezahlte Suchanzeigen beworben und der Erfolg der Kampagne soll getrackt werden. Der Besucher klickt auf eine Suchanzeige und gelangt zur Microsite. Auf der Microsite selbst kann er kein Anfrageformular ausfüllen, deshalb wechselt der Besucher auf die übergeordnete Unternehmenswebseite um dort das Anfrageformular auszufüllen. Es findet also eine Conversion statt, die ursprünglich durch die bezahlte Suchanzeige ausgelöst wurde. Ohne ein funktionierendes Cross-Domain Tracking wiederum würde Google Analytics diese Conversion sowohl der Unternehmenswebsite als auch dem Referral-Channel (in unserem Fall der Microsite) zuordnen, aber nicht der Suchanzeige, die auf die Microsite verlinkt hat.

 

Die Customer Journey besser verstehen


Mit Hilfe eines Cross-Domain Trackings hat man somit die Möglichkeit, die Customer Journey besser nachzuverfolgen und Nutzerprofile zu verfeinern, um daraus wichtige Erkenntnisse abzuleiten, welche für die Optimierung der Website bis hin zur zielgruppengenauen Aussteuerung von Werbekampagnen genutzt werden können.


Wer Besucher domainübergreifend tracken und die Daten gebündelt an einer Stelle, d.h. in einer separaten Property in Google Analytics erfassen möchte, dem empfehlen wir, jede Website einzeln in einer Property und zusätzlich zusammen in einer Cross-Domain Property zu tracken.

 

Vorsicht, Stolpersteine!


Bei der Einrichtung eines Cross-Domain Trackings gibt es allerdings auch Stolpersteine, denen man ausweichen sollte – sonst kann es dazu kommen, dass Daten vermischt werden oder dass es zu Doppelzählungen kommt.


So sollte man beispielsweise darauf achten, die verknüpften Domains in die Verweisausschlussliste der Cross-Domain Property aufzunehmen.


Darüber hinaus sollten auch Serviceanbieter, z.B. Bezahldienstleister wie PayPal (meist relevant bei Onlineshops) ebenfalls in die Verweisausschlussliste aufgenommen werden, da der Nutzer für einen Bezahlvorgang die Seite wechselt und dann wieder zurück auf die ursprüngliche Website kommt. Wenn die PayPal Seite dann nicht zur Verweisausschlussliste hinzugefügt ist, wird dieser Vorgang wieder als neue Sitzungen gezählt, was die Daten verfälschen würde. In dem Fall würde PayPal als Referral gewertet werden.


Um den vollständigen Domainnamen aller getrackten Domains in der Cross-Domain Property anzuzeigen, sollte man über die Filterfunktion der zugehörigen Views die Seitenpfade um die Domain ergänzen. Ohne das geht es zwar auch, jedoch lassen sich so später auch einzelne Seitenpfade schnell, eindeutig und übersichtlich der jeweiligen Domain zuordnen.

 

… und das Testen nicht vergessen!


Es empfiehlt sich, immer ausgiebig zu testen, ob das Cross-Domain Tracking auch durchgehend funktioniert, also zum Beispiel ob bei einem Domain-Wechsel die Sitzung auch wirklich weiter getrackt wird.

 

Neben dem ersten „Funktionstest“ sollte man insbesondere in den ersten Wochen nach der Einrichtung die gemessenen Daten genauer betrachten. Richtig implementiert, bringt Cross Domain Tracking viele Vorteile mit sich, beispielsweise:

  • enorme Zeitersparnis bei globalen Auswertungen
  • präzisere Messung der User-Journey und damit ein schnelleres Erkennen von Schwachstellen und Lücken zur weiteren Optimierung aller Marketingmaßnahmen und des Marketingbudgets.

In der Summe kann ein professionell implementiertes Cross-Domain Tracking somit zu mehr Effektivität und Effizienz im Online-Marketing beitragen.