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Zu viele Länder, zu viele Daten? Drei Tipps um in Google Analytics nur das Wesentliche zu sehen

Sven Balnojan

Sven Balnojan    23.06.2015

Web Analytics

 

    

Analytics_Weltkarte

 

Menschen aus 135 Ländern besuchen unsere Webseite. Hierher gelangen sie über 20 verschiedene Social Media-Profile, E-Mail-Kampagnen in mehreren Ländern und Sprachen sowie verschiedenste Suchmaschinen (Baidu, Google, Naver,etc.).

 

Wie behält man da den Überblick, über die gesamte Marketingkommunikation? Und das auch noch in Google Analytics?

 

 

Niemand will 40 Reporte pro Monat bekommen

 

Jede Niederlassung eines Unternehmens, jeder Country-Manager sollte schnell einen Überblick über die persönlichen Marketingaktivitäten erlangen können. Dazu sind in Google Analytics meist extra Datenansichten angelegt und länderspezifische Ziele implementiert.

Für das globale Marketing heißt das in der Regel, für jedes Land und jeden Kanal, am Monatsende einen Report zu erhalten. Das Resultat sind zumeist dutzende Reporte, die niemand mehr liest. Mit diesen drei Features können Sie das vermeiden.

 

 

1. Googles Custom Reports (Personalisierung) ausnutzen

 

In Google Analytics lassen sich alle Marketingaktivitäten in Kampagnen einteilen. SEA-Kampagnen und Social Media-Accounts sind (meist) automatisch richtig getagt und tauchen in Analytics als eigene Kampagne auf. E-Mail-Kampagnen müssen manuell mit passenden Tags versehen werden (Dank URL Builder ist das für jeden machbar).

 

Die Auswertung mehrerer Kampagnen erfolgt am schnellsten über benutzerdefinierte Berichte (Custom Reports, zu finden unter dem Tab „Personalisieren / Customization“ in Analytics). Hier können benutzerdefinierte Werte pro Kampagne verglichen werden. Unser Custom Report für SEA sieht z.B. so aus:

 

Analytics Screenshot

 

In einem Custom Report lässt sich auch schnell nach Land, Art des Kanals (z.B. Social Media) oder Kampagne segmentieren und vergleichen wie viele Leads zu welchen Kosten entstehen.

 

Unsere Empfehlung für Custom Reports:

  • Damit global angelegte Reports auch von allen verstanden werden, ist es sinnvoll, Kampagnen (z.B. in AdWords) immer in der Verkehrssprache des Unternehmens zu benennen (und zu taggen).
  • Es macht auch Sinn, Land und Sprache gleich im Kampagnennamen zu vermerken (z.B. “DE-AT : Social Media Infographics Campaign”).
  • Beim Erstellen von Custom Reports nutzen Sie die ABC-Regel für die Metriken. Das heisst, in jedem Report sollte eine Metrik zu den Bereichen Acquisition / Behavior / Conversions auftauchen, ansonsten leidet das Verständnis.

 

 

2. Benachrichtigungen (Custom Alerts) aktivieren

 

Bei komplexen mehrsprachigen Webseiten werden häufig Elemente geändert. Dabei kann das Tracking ganz oder teilweise ausfallen. Häufig reicht dazu schon ein ungünstig umbenannter Downloadlink. Aber auch ungewollt abgeschaltete SEA-Kampagnen können zum Verlust von Conversions im Tracking führen.

Um in diesem Fall zeitig alarmiert zu werden, gibt es in Google Analytics automatische Benachrichtigungen (per E-Mail oder SMS), welche unter "Verwaltung > Benachrichtigungen" eingerichet werden können.

 

Unsere zwei empfohlenen Benachrichtigungen:

  1. Wenn der tägliche Traffic um mehr als 50-60% fällt (die Änderung sollte größer als der typische Wochenendverlust sein)
  2. Wenn die wöchentliche Conversion-Rate sich deutlich ändert (um 50% z.B.)

 Analytics Screenshot2

 

 

 

3. Dashboards erstellen und versenden

 

Ein Google Analytics Dashboard eröffnet den Überblick über mehrere Metriken, ohne Sie mit zu vielen Informationen zu überhäufen.

 

Für das globale Marketing sind zwei Dashboard-Arten sinnvoll:

  • kanalübergreifende Dashboards, die z.B. Gesamtziele und Kosten im Vergleich darstellen und die wichtigsten 10 Länder aufzählen (nach dem Motto: Ist dort alles ok, muss nicht jedes Land einzeln betrachtet werden)
  • kanalspezifische Dashboards, die sich auf einzelne Kanäle (z.B. das Blog, SEO, SEA oder E-Mail) konzentrieren.

Analytics Screenshot3

 

 

 

Zwei Features vereinfachen den Überblick bei Dashboards:

  • Im Titel eines Widgets (einer Metrik) kann ein Link entweder zu einem Custom Report oder zu einem Standardreport eingebaut werden (falls etwas auffällt, kann man zur genaueren Analyse klicken).
  • Die Dashboards können automatisch per E-Mail verschickt werden.

Ob nun ein Dashboard oder zwei angelegt werden, hängt von den Bedürfnissen des Nutzers ab. Aber wer diese drei Optionen nicht nutzt, wird Zeit und Erkenntnis beim Betrachten von globalen Marketingaktivitäten einbüßen.