Inhalt
 

Twitter International – Drei Dinge, die Sie beachten sollten

Sven Balnojan

Sven Balnojan    17.02.2014

Content Marketing, Social Media

 

Mittlerweile sind mehr als 304 Millionen Menschen bei Twitter aktiv. Laut einer Studie von MarketingProfs[1] werden diese von über 80% der B2B Unternehmen aktiv mit Inhalten versorgt. Aus gutem Grund – schließlich wachsen die Nutzerzahlen nicht nur in der westlichen Welt kontinuierlich. Schon jetzt stammen knapp 25% der Nutzer aus Asien, davon 27 Millionen allein aus Indien. Und auch die arabische Welt steuert bereits knapp vier Millionen Nutzer bei – Tendenz stark steigend. Damit ist Twitter in vielen Teilen der Welt zu einer günstigen Alternative geworden, um potentielle Kunden zu erreichen, Brand Awareness aufzubauen und das Vertrauen der Kunden zu erhöhen.

 

Twitter_EN.png

 

 

Nun haben viele international tätige B2B Unternehmen das Marketing in den letzten Jahren in wenigen Niederlassungen konzentriert. Trotzdem möchten sie in mehr Ländern über soziale Medien aktiv werden. Gerade dadurch bergen der Start und das spätere Kampagnenmanagement über mehrere Twitter Accounts für unterschiedliche Länder und in verschiedenen Sprachen einige Stolpersteine. Wir möchten im Folgenden unsere Erfahrungen mit Ihnen teilen und Ihnen die drei wichtigsten Dinge vorstellen, die Sie für Ihre Planung auf jeden Fall berücksichtigen sollten.

 

1. Wählen Sie Sprachen und Länder genau aus

 

Unsere Erfahrungen zeigen, dass englische Tweets im nicht-englischsprachigen Ausland wesentlich niedrigere CTRs (Click-through-Rates) haben als Tweets in der jeweiligen Landessprache. Auch die Anzahl der Kommentare oder Retweets ist dabei deutlich niedriger. Twittern in Landessprache ist also Pflicht. Jedoch kann es auch sinnvoll sein bilingual zu twittern, falls beispielsweise ein Großteil der Inhalte nur auf Englisch verfügbar ist.

 

Vor Kampagnenstart abzuklären:

In welchen Märkten möchten Sie mit Social Media aktiv werden?
Für welche der relevanten Sprachen verfügen Sie über die Ressourcen Zeit und sprachkundige Mitarbeiter (Schätzung: mindestens 40 Stunden pro Sprache und Account pro Monat
Ist es sinnvoll einen internationalen (englischsprachigen) Account zu erstellen?
Gibt es Gründe bilingual zu twittern? In welchen Ländern ist dies sinnvoll?

2. Setzen Sie sich Ziele und kontrollieren Sie diese regelmäßig

 

Um die Motivation aufrecht zu erhalten ist es wichtig, von Anfang an zielorientiert zu arbeiten. Dabei sind Ziele wie „Mehr Follower“ oder „Mehr Besucher“ nur wenig hilfreich. Ziele sollten genau auf das Unternehmen zugeschnitten sein, sich an Business Outcomes orientieren und auch einen Vergleich mit dem Wettbewerb zulassen. Dafür ist ein Reportingsystem unumgänglich, um regelmäßig den Fortschritt kontrollieren und Taktiken analysieren zu können.

 

Wir halten den „Test & Learn“ Ansatz im Bereich Social Media für optimal. Daher empfehlen wir die regelmäßigen Reporte von den Account Managern selbst erstellen zu lassen. Dadurch erhalten diese direktes Feedback und können ihren Aufwand mit den gesetzten Zielen vergleichen.

 

Bei effective teilen wir die Reporte in eine Übersichtsseite mit einer Executive Summary und einen Analyseteil auf. In Letzterem finden sich z.B. Daten zu den beliebtesten Tweets, den wichtigsten Themen und den meistgeklickten Links sowie zu den Aktivitäten der Wettbewerber. Dieser zweite Teil eignet sich primär für den jeweiligen Account Manager zur weiteren Planung. Die Übersichtsseite wird direkt in den monatlichen Gesamtreport integriert.

 

3. Sorgen Sie für einen aktiven Austausch zwischen allen Beteiligten

 

Social Media Portale entwickeln sich rasant weiter. Auf der einen Seite bietet dies Unternehmen immer neue Möglichkeiten mit potentiellen Kunden zu interagieren, auf der anderen Seite macht es den Account Managern das Leben schwer. Gerade zu Beginn einer Kampagne kann daher ein intensiver Austausch untereinander die Lernkurve deutlich steiler ansteigen lassen. Sind die Account Manager über den ganzen Globus verstreut (wie bei uns), so ist das Organisieren eines aktiven Austauschs essentiell.

 

Wir empfehlen daher:

  • Monatliche Telefonkonferenzen oder virtuelle Meetings (Skype Collaboration, GoToMeeting, etc.)
  • Ein dedizierter E-Mail Verteiler, über den regelmäßig auch von der Zentrale Informationen zum besseren Twittern verschickt werden
  • Die aktive eigene Nutzung von Twitter zum Austausch interessanter Informationen innerhalb der Organisation
  • Später bieten sich andere Werkzeuge wie interne Blogs, Wikis oder ganzheitliche Social Media Systeme an.

Wir meinen: Wenn schon Twitter, dann richtig

 

Twitter ist mittlerweile zu einem sehr starken Medium geworden, das sich perfekt in den Marketing Mix integrieren lässt. Allerdings zeigt unsere Erfahrung auch, dass Twitter nur Sinn macht, wenn sich ein Unternehmen ernsthaft mit dem Medium auseinandersetzt und die notwendigen Ressourcen dafür bereitstellen kann und auch möchte. Dazu gehören wie erwähnt sprachkundige Mitarbeiter mit ausreichenden Kapazitäten, klare Zielsetzungen und ein regelmäßiges, aussagekräftiges Reporting. Nur dann kann Twitter zur Erfüllung der Marketingziele beitragen. Unternehmen, die sich nicht sicher sind, ob Twitter für sie das richtige Medium ist, sollten ihre Ressourcen zunächst auf wenige, wichtige Märkte konzentrieren statt auf viele verschiedene Märkte aufzuteilen und die Kampagnen damit Ihrer Kraft zu berauben.