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Online Marketing in Südkorea – Navern statt googeln

Hong_Youk

Hong Youk    21.06.2013

Content Marketing, International Online Marketing

 

 

Warum internationales Online Marketing hier nur lokal funktioniert.

 

Südkorea, der wirtschaftliche Tigerstaat zwischen den drei Meeren hat sich in den vergangenen fünfzig Jahren von einem Agrarland zu einer der bedeutendsten Volkswirtschaften der Welt entwickelt. Insbesondere die konsequente Ausrichtung auf Hochtechnologie, die für diesen rasanten Wandel mit verantwortlich ist, macht das Land zu einem interessanten Zielmarkt für den deutschen Maschinenbau und die Zulieferindustrie.

 

Bei so viel High-Tech verwundert es nicht, dass Südkorea auch beim Thema Internet ganz vorne mit dabei ist: das Land verfügt prozentual gesehen über die höchste Versorgungsdichte mit Breitband-Internetanschlüssen. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung hat dazu Zugang, die mittlere Anschlussgeschwindigkeit liegt schon seit Jahren jenseits von 20 MBit/s.

 

 

Lokale Dominanz trotzt weltweiter Marktführerschaft

 

Umso erstaunlicher ist, dass sich der weltweit dominierende Suchmaschinenanbieter in Südkorea nicht durchsetzen kann und sich den Lokalmatadoren geschlagen geben muss: je nach Messung liegt der Marktanteil von Google in Südkorea zwischen zwei und zehn Prozent, während es der südkoreanische Branchenprimus Naver auf über 65 Prozent aller Suchanfragen bringt. Auf Platz zwei liegt mit der Suchmaschine Daum und einem Anteil von etwa 20 Prozent ebenfalls ein lokaler Anbieter. Während die Suchmaschine bing in Südkorea bisher noch nie eine Rolle gespielt hat, ist mit dem Internet-Konzern Yahoo! die ehemalige Nummer drei vor kurzem freiwillig aus dem Rennen ausgestiegen: zu groß war der Abstand zu den lokalen Anbietern.

 

Was bedeutet dies nun für Unternehmen, die ihre Zielgruppen in Südkorea mittels Internet ansprechen wollen? Zunächst einmal, dass hier andere Regeln gelten als im Rest der Welt. Das Suchmaschinenkonzept der lokalen Anbieter unterscheidet sich nämlich in wichtigen Punkten von den bekannten Gepflogenheiten bei Google und Co.

 

 

Kein Erfolg ohne „lokales“ SEO

 

Zum einen erfolgt die Auflistung der Ergebnisse in verschiedenen Gruppen, deren Prioritäten sich dem Suchbegriff entsprechend ändern: Blogs, Webseiten, Videos, News, Soziale Netzwerke – je nachdem, um welchen Suchbegriff es sich handelt, steht mal der eine, mal der andere Bereich vorne. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass eine Multi-Channel-Strategie notwendig ist, um in allen Bereichen auffindbar zu bleiben. Auch das Ranking an sich erfolgt nach anderen Kriterien: hier funktioniert kein klassisches Link-Building, viel wichtiger ist der Aufbau von Verbindungen innerhalb des Naver oder Daum Angebots: Verbindungen der Website mit Naver oder Daum Blogs, Videos, News, etc. Bei Daum ist zudem interessant, dass Links von Webseiten außerhalb Südkoreas offensichtlich überhaupt keinen Einfluss auf das Ranking haben. In jedem Fall ist also eine „lokale“ off-site Suchmaschinenoptimierung notwendig.

 

Hinsichtlich der on-site Parameter gelten ähnliche Regeln wie bei anderen Suchmaschinen auch, allerdings ist deren Wirkung sehr limitiert bis vernachlässigbar. Eine Besonderheit besteht noch im Bereich Online-Presse: beide Suchmaschinen, Naver und Daum, listen nur Online-Presseartikel, die über ihre eigene Plattform von einer zertifizierten Agentur publiziert wurden. Möchte man also bei beiden Anbietern gefunden werden, muss der Artikel auch von einer speziellen Agentur bei beiden Portalen eingestellt werden.

 

Was beiden lokalen Suchmaschinenanbietern gemein ist: bezahlte Suchmaschinenwerbung wird vor der Liste der natürlichen Ergebnisse eingeblendet und ist nicht in der Anzahl begrenzt. So kann es passieren, dass alle Ergebnisse der ersten und manchmal sogar der zweiten Suchmaschinenergebnisseite (SERP) aus kostenpflichtigen Anzeigen bestehen. Dies erklärt, warum bezahlte Suchmaschinenwerbung in Südkorea wesentlich wichtiger ist als anderswo.

 

 

Eigene Regeln auch im SEA Bereich

 

Auch hier gibt es wieder einige Besonderheiten, welche die Werbeprogramme von anderen Anbietern wie Google oder auch dem chinesischen Baidu unterscheiden: Das „SearchAd Naver“ Programm des Marktführers kennt beispielsweise keine Kampagnen, lediglich Anzeigengruppen. Keywords können dazu nur als „genaue Übereinstimmung“ gebucht werden. Für Rechtschreibfehler gibt es jedoch die Einblendung „Meinten Sie…?“ Ausschlussbegriffe können nicht definiert werden. Das Mindestgebot pro Keyword beträgt 70 Koreanische Wong, das entspricht etwa 0,05 Euro, zzgl. zehn Prozent Steuern. Dabei muss das Budget vorab in der Landeswährung eingezahlt werden, Zahlungsoptionen in Euro oder US Dollar werden nicht angeboten. Die Mindesteinzahlung liegt bei umgerechnet etwa 1.000 EUR, Banktransfers aus dem Ausland dauern in der Regel mehrere Wochen.

 

Das Ranking der Anzeige, das bei der großen Anzahl der möglichen Anzeigen pro Seite natürlich viel wichtiger ist als bei anderen Suchmaschinen, ist nun wieder abhängig von verschiedenen Faktoren, wie beispielsweise Anzeigengüte, Anzahl der Wettbewerber sowie natürlich deren und die eigenen Gebote. Je nach Branche und Keyword können die Plätze eins bis drei also richtig teuer werden.

 

 

Online Marketing in Korea nur mit einem lokalen Partner

 

Bedingt durch den hohen organisatorischen Aufwand und dadurch, dass die Benutzerschnittstellen der lokalen Suchmaschinen nur in koreanischer Sprache vorliegen (und zudem noch so gestaltet sind, dass sie nicht mittels eines Online-Übersetzers wie beispielsweise „Google Translate“ übersetzt werden können), ist Online Marketing in Südkorea ein Fall für einen spezialisierten Dienstleister wie die effective world Gruppe. Unsere koreanischen Mitarbeiter an unserem Standort Shanghai betreuen Unternehmen, die den südkoreanischen Markt angehen möchten, in allen Belangen. So wird beispielsweise auf Wunsch auch der gesamte Zahlungsverkehr über die effective world Gruppe abgewickelt. Auch haben Sie mit uns den Vorteil, dass Sie jederzeit auf einen lokalen Ansprechpartner hier in Deutschland zurückgreifen können.